Wenn die Garage abseits vom Haus steht, dann verlegen Sie eine Erdleitung von der Strom-Verteilung Ihres Hauses, zu einer Abzweigdose. Das wäre die Zuleitung. Von der Abzweigdose werden weitere Leitungen verlegt für den Lichtschalter, für die Steckdosen und Beleuchtung. Je umfangreicher Sie ihre Garage modernisieren möchten, empfehlt es sich, eine Unterverteilung zu installieren. Die Erdleitung hat eine spezielle Gummimischung und ist gegen Feuchtigkeit und Kälte resistent und ist für den Außenbereich ideal geeignet. Die Steckdosen und der Lichtschalter müssen gegen Feuchtigkeit geschützt sein, dazu verwenden Sie eine Steckdose mit einem Klappdeckel.
– Die Zuleitung erfolgt mit einer Erdleitung 3×1,5qmm. Der Querschnitt ist ausreichend für eine einfache Beleuchtung mit einer Steckdose.
-Der Lichtschalter und die Steckdosen mit Klappdeckel sind Aufputz.
-In der Garage werden alle Leitungen in einem s.g. PG-Rohr verlegt.
-Planen Sie ein elektrisches Garagentor?
-Eine Unterverteilung zu installieren, ist zu empfehlen, wenn Sie viele Steckdosen, Lichtquellen oder Maschinen betreiben möchten. Folgen Sie den gleichen Ablauf wie in
„Verteilung und Abzweigdosen„.
-Ein Fi-Fehlerstromschutzschalter ist zwingend, da die Garage als Außenbereich gilt.
Das Laden von E-Autos in der Garage
Kommen wir nun zum Laden von E-Autos in der Garage. Sofern Sie es in Betracht ziehen, ein E-Auto zu erwerben, sollten Sie sich vorab mit einigen Fragen auseinander setzen, bezüglich der Energiepreise, Umwelt, E-Mobilität und der Technik, Infrastruktur, um nur einige Punkte zu nennen.
- Netzüberlastung: Was viele Besitzer von E-Autos nicht wissen ist, wenn mehrere Ihre E-Autos gleichzeitig laden möchten, dass das städtische Stromnetz zu überlasten droht und dem Netzbetreiber erlaubt, die Ladestationen per Fernsteuerung vom Netz abzuschalten. Kritisch wird es dann vor den Abendstunden, wenn viele Fahrzeuge an der heimischen Wallbox angesteckt werden.
- Kontrolle: Die immer weiter getriebene Vernetzung von Fahrzeugen, erlaubt es dem Fahrzeughersteller, wichtige Funktionen von Außerhalb zu aktivieren oder auch zu deaktivieren. So hatte TESLA bei einem Kunden einen Konfigurationsfehler festgestellt und drosselte per Fernzugriff die Reichweite des Fahrzeuges. Gegen eine Gebühr von 4500 US-Dollar wurde die Reichweiten-Funktion wieder freigeschaltet. BMW bietet für die eingebaute Sitzheizung nur als monatlich zu zahlendes Abo an. TESLA kündigte an, dass das kostenlose integrierte Navigationssystem ebenfalls ein Ablaufdatum hätte. Die Deaktivierung der Fahrzeuge lässt sich einfach mit einem möglichen Sozialkredit-System koppeln, ähnlich wie in China. Auch eine Kilometersperre oder Fahrsperren zwecks „Klimaschutz“ oder verordneten „Energiesparen“ sind denkbar.
Ab 6. Juli 2022 gilt eine neue EU-Verordnung die Fahrerassistenzsysteme in allen neuen Fahrzeugen zur Pflicht macht. Zudem zählen: die Überwachung der Geschwindigkeiten, Erfassung des Lenkradwinkels, Alkohol-Wegfahrsperre, nur um einige zu nennen. Sollte es noch zu einer möglichen Einführung eines digitalen Zentralbankgeldes kommen, bei dem jeder Bürger nur ein Konto bei der Zentralbank hätte, könnten Tempoverstöße, jegliche Bedingungen die digital miteinander Verknüpft sind, direkt vom Konto abgebucht werden. Warum werden die Bürger aufgefordert, die alten Papierführerscheine gegen einen neuen digitalen Führerschein einzutauschen? Ist es denkbar, dass in Zukunft, sich Fahrzeuge nur mit der Führerschein ID-Karte Starten und Bewegen lassen, wenn bestimmte Auflagen erfüllt sind? - Energiepreise: Seit einiger Zeit gehen die Energiepreise langsam aber stetig nach oben und man muss sich die Frage stellen, lohnt sich die Anschaffung eines E-Autos in Bezug auf die steigenden Energiekosten? Wenn viele Bürger auf den Zug die E-Mobilität aufspringen, welche Energiepreise sind dann in der Zukunft zu erwarten? Klar, wer kennt schon die Preise in 10 Jahren und zumal das Angebot und die Nachfrage ebenfalls beim Energiepreis eine Rolle spielt. Eine gute Übersicht über Hersteller E-Modell, Reichweite, Ladezeit und Energiekosten finden Sie unter
(Quelle: Energieheld Elektroauto- kosten Aufladung und Verbrauch). - Umwelt: Man hat herausgefunden, dass man bei einer 40KWh großen Batterie, das mit Strom aus der Steckdose geladen wird, 72.000km fahren muss, um einen CO2 Vorteil gegenüber einen Benzin getriebenes Auto zu erreichen. Bei einer 58KWh großen Batterie, sind es schon 100.000km und bei einer 95KWh großen Batterie (Audi e-tron) sind es 166.000km bis zu einen Klimavorteil.
(Quelle: Youtube –WDR-Die Elektroautolüge)
Nicht zu vergessen sind die Batterie-Rohstoffe die für Herstellung erforderlich sind, u.a. Kobalt, Lithium, Neodym. Diese Rohstoffe werden in Länder abgebaut, die es nicht so genau nehmen mit den Umweltstandards. Chemikalien werden oft eingesetzt, um die erforderlichen Rohstoffe aus dem Gestein zu trennen. Man kann sagen, je größer die Batterie für eine größere Kilometer-Reichweite, desto größer der entstandene Umwelt schaden. Die Entsorgung der ausgedienten Batteriezellen ist ebenfalls zu berücksichtigen. Um die eingesetzten Rohstoffe aus der Batterie wieder zu trennen, müssen wiederum Chemikalien eingesetzt werden. Langzeitfolgen für die Umwelt sind noch nicht abzusehen. - E-Mobilität und Technik: Ein Beispiel aus der schönen Stadt Hamburg. Laut Städteplaner soll es in Hamburg in den nächsten 20 Jahren vermehrt zu Staus kommen. Der Grund, umfangreiche Baumaßnahmen müssen getroffen werden, unter anderen der Abriss eines Wahrzeichen von Hamburg, die Köhlbrandbrücke. Wie wirkt sich das E-Auto im Stau aus und wenn keine Ladestation in Sicht ist? Gerade in der Winterzeit, wenn diverse Verbraucher wie die Heizung im Betrieb sind, ist man auf genügend Batteriespeicher angewiesen. Eine Studie des ADAC hat ergeben, das bei winterlichen Bedingungen und eine 52 KWh großen Batterie, etwa 15 Stunden im Auto verbleiben könnte. Ausschlaggebend dabei ist, wie voll die Batterie zu Stau beginn ist.
(Quelle: ADAC Kältetest E-Auto)
Das ständige Laden mit einem Kabel ist unpraktisch. Abhilfe könnte ein im Asphalt integriertes Induktionsmodul sein. Dieses Modul ist einige Zentimeter im Asphalt eingefügt. Die Steuereinheiten am Straßenrand und im E-Auto, schalten bei Bedarf nach Strom, das Laden frei. Durch die Spule im Boden fließt Wechselstrom, dadurch entsteht ein Magnetfeld. Kommt die Spule im Auto in die Nähe des Magnetfeldes, fließt Strom, der in die Batterie geleitet wird. Über ein ausgewiesenes Parkfeld oder in der Garage lässt sich das Fahrzeug statisch Induktiv laden. Allerdings ist eine genau definierte Position der Spule am Boden und des Auto-Akkus notwendig, damit der Ladevorgang gestartet werden kann. Exaktes Rangieren und Sensoren wären zur Unterstützung notwendig. Zudem kommt es zum Stromverlust, der bei induktiven Laden entsteht, gegenüber das Laden via Kabel und somit ein höherer Stromverbrauch die Folge ist (Quelle: Auto Bild- Elektroauto Laden ohne Kabel). - Infrastruktur: Wie sieht es mit Ladesäulen-Infrastruktur in Deutschland aus? Eine genau Antwort finden Sie im Bundesnetzagentur-Ladesäulenregister.
(Quelle: Bundesnetzagentur-Ladesäulenregister)
Ladezeiten von E-Auto berechnen
Als Beispiel nehmen wir den Audi e-tron GT mit einer Batteriekapazität von 95 kWh und eine Wandladestation mit einer Ladeleistung von 11 KW Wechselstrom.
Ladedauer = Akkukapazität (kWh) : Ladeleistung (kW)
Ladedauer = 95 kWh : 11 kW
Ladedauer = ca. 8.5h
Bei einer Haushaltssteckdose beträgt die empfohlene Ladeleistung von 2.3KW Wechselstrom.
In unserem Beispiel würde sich die Ladedauer auf ca. 41 Stunden belaufen.
Ladestation an den Autobahnen haben Schnellladesysteme, die mit Gleichstrom versorgt werden. Deren Ladeleistung kann bis zu 230KW betragen. Warum hat man keine Schnellladestation zu Hause? Der Grund liegt beim benötigten Leitungsquerschnitt. Zum Vergleich: Eine Haushaltssteckdose hat einen Leitungsquerschnitt von 1,5qmm, einen Durchlauferhitzer im Bad mit einer Leistung von 21KW Drehstrom, benötigt man 6qmm. Für eine Schnellladestation mit 230KW Ladeleistung Gleichstrom, muss man ein wenig anders herangehen. Die technische Formel lautet P = U x I
Leistung(W) = Spannung(V) x Stromstärke (I)
Uns ist die Leistung von 230 KW und die Spannung von 12V im Auto bekannt. Stellt man die Formel um und setzt die gegebenen Werte ein, ergibt das:
I = P : U
I = 230000W : 12V
I = ca.19000A
Um den Querschnitt zu ermitteln, ziehen wir das Tabellenbuch heran.
Das ergibt einen Querschnitt von etwa 60qmm, pro Ader! Wer schon einmal eine Ader mit einem Querschnitt von 60qmm gesehen hat, weiß wie dick das ist. Das entspricht in etwa einem Durchmesser, eines zwei Euro Stückes. Bestehend aus 2-3 Adern, hätte die Leitung die Dicke einer Weinflasche.
Fazit: Sich eine Schnellladestation zu Hause zu installieren ist technisch sehr problematisch umzusetzen, und ist eher für Ladeparks an Tankstellen vorbehalten, mit ausreichend Platz für eine Trafostation. Eine gute Lösung bietet die sogenannte „Wallbox“ für Privathaushalte an, mit verschiedener Ladeleistung von 7.4KW, 11KW oder 22KW Wechselstrom. Für welche Variante man sich entscheidet, hängt von einigen Faktoren ab. Zum einen an der Akkukapazität des Fahrzeuges, welche Ladezeiten man haben möchte, und wie die Installationsmöglichkeiten vor Ort sind. Eine fachgerechte Montage der Ladestation, kann nur durch einen Fachbetrieb bzw. einem Fachmann erfolgen. Er gewährleistet die fachgerechte Montage, haftet für auftretende Schäden, ist verantwortlich für die Planung und Installation der Schutzeinrichtung, und meldet die Inbetriebnahme der Ladestation beim Energieversorger an.
