Die Elektrotechnik ist sehr umfangreich und für Laien schwer verständlich. Stromfluss macht sich zur Aufgabe, Ihnen einen kleinen Einblick in die Welt der Elektrotechnik zu zeigen. Stromfluss liegt Wert darauf, so einfach wie möglich, Begriffe und technisches Verständnis zu vermitteln, dass es für Sie nachvollziehbar ist. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie alles Wissenswertes im Bereich der Elektrotechnik für Ihren Privathaushalt.
Was für eine Stromkreis habe ich in meinem Haushalt?
Wechselstrom oder Drehstrom?
Die Antwort finden Sie auf Ihrem Stromzähler!
Wechselstromzähler = L1, N, PE man kann auch sagen 1Phase oder 1 Stromkreis.
Drehstromzähler = L1, L2, L3, N, PE man kann auch sagen 3 Phasen oder 3 Stromkreise.

Ein Sicherungsautomat sichert einen Stromkreis bzw. die Stromleitung ab, nicht den Verbraucher!
Sicherungsautomat B16 = für Leitungsquerschnitt 1,5qmm
Sicherungsautomat B20 = für Leitungsquerschnitt 2,5qmm
Sicherungsautomat B32 = für Leitungsquerschnitt 6qmm
Berechnung der Stromkreise
Die Stromkreise müssen Sie bei Ihrer Planung berücksichtigen, sodass sich die Leistung des Stromkreises nach einer Formel berechnen lässt:
P = U x I x cos φ —> Leistung = Spannung x Stromstärke x cos φ (bei sinusförmigen Wechselstrom)*
Das bedeutet, dass die max. Leistung = 230 V(Spannung) x 16A (Stromstärke/Sicherungsautomat B16) x cos φ (1) für diesen Stromkreis ca. 3600 Watt beträgt.
Einige Referenzen:
– Ein Staubsauger hat ca. 2000 Watt.
– Eine Kaffeemaschine ca. 1500 Watt.
– Die Waschmaschine, der Geschirrspüler und der Wäschetrockner haben je ca. 1500 Watt.
– Der Fernseher, die Lampen und der Laptop haben ca. 100 Watt.
– Ein Kühlschrank hat ca. 150 Watt.
– Ein einfacher Standherd mit Backofen und 4 Kochfelder 2 x 1700 Watt, 2 x 1200 Watt.
So kann man grob überschlagen, wie hoch die max. Belastung für einen Stromkreis sein darf.
* cos φ (cos φ setzt sich aus der Wirkleistung geteilt durch Scheinleistung zusammen. Bei Motoren ist cos φ wichtig. Im Privathaushalt spielt cos φ eher einer untergeordnete Rolle und kann vernachlässigt werden bzw. in der Berechnung mit mal 1 genommen werden)
Wo setze ich meine Steckdosen und Lichtschalter, Abzweigdosen?
-Die Steckdosen haben eine Installationshöhe von ca. 30-40cm über den Fußboden.
-Die Lichtschalter haben eine Installationshöhe bei ca. 110cm über den Fußboden.
-Lichtschalter in Kombination mit einer Steckdose beträgt die Installationshöhe des Lichtschalters ebenfalls ca.110cm und die Steckdose 7cm unter dem Lichtschalter, also ca.103cm.
-Obwohl Abzweigdosen sich im Türbereich ca. 30cm unter der Decke befinden, haben Sie die Möglichkeit, die Verdrahtung im Lichtschalter zu realisieren, wenn eine tiefe Schalter-Dose installiert wurde. Der Vorteil besteht darin, dass eine Schalter-Dose im Deckenbereich eingespart wurde und die Optik wird durch einen Federdeckel nicht beeinträchtigt. Der Nachteil, Sie benötigen etwas mehr Leitung, weil die Leitungen zur Schalter-Dose gezogen werden muss.
-Die Steckdosen im Badezimmer dürfen Sie nicht im Nass-Bereich installieren.
Halten Sie min. 60cm Abstand zum Waschbecken, der Badewannen und der Dusche.
Installieren Sie im Badezimmer nur Steckdosen mit einem Klappdeckel im Bereich 3, oder darüber hinaus.

Wichtige Arbeit im Vorfeld
Bevor Sie alte vorhandene Steckdosen, Lichtschalter und Leitungen entfernen, muss die Verteilung von einem Fachmann Stromlos geschaltet und Baustrom installiert werden.
Weil die alte E-Anlage sich noch unter Strom befindet, besteht Gefahr eines Stromschlages bei der Demontage. Nachdem ein provisorischer Baustrom durch einen Fachmann installiert wurde, kann die alte E-Anlage abgeschaltet werden. Danach können Sie Gefahrlos alle nicht benötigten Komponenten demontieren. Stromentnahme ist dann nur noch vom Baustrom möglich!
Die 5 Regeln für Elektrofachkräfte
In der Elektrotechnik gibt es 5 Sicherheitsregeln die stets befolgt werden sollten und lauten wie folgt:
- Freischalten – Alle Anlagenteile an denen gearbeitet werden soll, müssen von allen möglichen Strom-Einspeisepunkte getrennt werden.
- Gegen Wiedereinschalten sichern – Um zu vermeiden, das die Anlage an der Sie arbeiten wieder eingeschaltet wird, muss diese gegen Wiedereinschalten gesichert werden! Dies kann mit einem Verbotsschild oder Warnhinweis versehen werden.
- Spannungsfreiheit feststellen – Nach dem abschalten überprüfen Sie, ob die Anlage Spannungsfrei ist. Am besten eignet sich ein 2 poliger Spannungsprüfer, z.B.ein Dospol oder ein Multimeter.
- Erden und Kurzschließen – Die Anlagenteile an denen gearbeitet wird werden geerdet und kurzgeschlossen. Die zum Erden und kurzschließen verwendete Vorrichtung wird mit dem Erder verbunden. Diese Sicherheitsregel ist nur wichtig bei Mittel-und Hochspannungsanlagen.
- Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder Abschranken – Einige Anlagenteile die nicht abgeschaltet werden können und in der Nähe des Arbeitsbereich liegen, müssen vor Arbeitsbeginn gegen Berührung mit Arbeitsmaterialien abgedeckt oder abgeschrankt werden. Keine Arbeitsmaterialien dürfen in spannnungsbetriebenen Anlagenteile gelangen.
